Wien, 19. März 2009
Mentees des Club Alpbach Medicas am Forum Hospital Management
Event-pic Für den 19. März 2009 lud Dr. Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, langjähriger Sponsor des Club Alpbach Medica, 5 Mentees des Mentoring-Programms 2008/09 zum Dialog am 6. Forum Hospital Management in Wien. Dieses hochkarätige Forum ist Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zwischen der Vinzenz Gruppe, dem AKH Wien und der Executive Academy der WU Wien. Das diesjährige Thema lautete "Das Patienten Krankenhaus – Eine Reise in die Zukunft".

Zum Nachdenken regten insbesondere die Präsentation des Zukunftsforschers Matthias Horx und die Lesung des Schriftstellers Michael Köhlmeier an. Er eröffnete den Vortragsreigen mit einer durchaus launigen, unterhaltsamen Interpretation statistischer Daten, ihrer soziologischen Deutung und Extrapolation in die Zukunft sowie optimistischen Appellen für Veränderung: "Ich habe keine Angst vor neuen Ideen - aber vor den alten…"

Die Vorträge internationaler Top-Experten veranschaulichten durch Praxisbeispiele Tendenzen eines neuen Dienstleistungstypus, der konsequent die Patientin/den Patienten in den Mittelpunkt stellt. "Innovation" ist einer der 3 Club-Werte des Club Alpbach Medicas und jeder einzelne Mentee wird durch das Stipendien-Programm ermutigt solch innovative Ideen, wie am Forum Hospital Management vorgetragen, in seinem täglichen Tun zu integrieren und umzusetzen.

Es folgte ein psychologischer Zugang zu einer neuen Definition der Rolle von PatientInnen und der Arzt-Patient-Beziehung vom Politikwissenschaftler Prof. Gellner aus Passau. Er sieht eine Weiterentwicklung vom Typus des klassischen angepassten und an die Autorität des Arztes glaubenden Patienten zum "Entrepreneur" mit viel höheren individuellen Ansprüchen an das Gesundheitssystem und seine Dienstleistenden. Natürlich auch vor dem Hintergrund eines steigenden Interesses seitens der Industrie und der Wirtschaft im anstehenden 6. Kondratjew-Zyklus, für den der Bereich der Gesundheit ein möglicher Kandidat ist.

Sachliche Aspekte wie Krankenhausorganisation, Anwendungen der Telemedizin und Beiträge der Architektur wurden von Experten der jeweiligen Bereiche beleuchtet. Professor Hiesmayr von der Uniklinik für Anästhesie referierte zum "Nutrition Day" und der unterschätzten Bedeutung der Ernährung hospitalisierter Patienten.

Innovatives Health-Care Management benötigt die Berücksichtigung von Trends, die jedoch ethisch und gesellschaftlich vertretbar sind sowie Körper-Seele-Geist ganzheitlich im Sinne eines "spiritual healings" für PatientInnen sowie Mitarbeitende spürbar machen: Der Schriftsteller Michael Köhlmeier regte durch die Lesung seines Essays "Ich bin krank, also bin ich" zum Nachdenken an. Wenn der Wettlauf um Schönheit und Gesundheit zum moralischen Leistungssport wird… Der Arzt, Pharmazeut und Theologe Univ.-Prof. Mag. DDr. Matthias Beck erweiterte die Diskussion um den spirituellen Aspekt des Heilens.

Abschließend stand Gabriele Benz, die Direktorin des Wiener Hotel Le Meridien, zur Diskussion über Servicequalität zur Verfügung. Parallelen und Unterschiede zwischen der Spitzenhotellerie und dem Gesundheitswesen wurden angesprochen. Dieser abschließende Programmpunkt befasste sich als einziger zumindest ansatzweise mit dem Thema Personal, indem Frau Direktorin Benz über Auswahl von und Anforderungen an Personal in ihrem 5-Stern-Hotel berichtete - nicht nur hinsichtlich fachlicher Qualifikation, sondern auch in den Bereichen Arbeitseinstellung und professionellem Verhalten.

Das Forum war insgesamt eine abgerundete, inspirierende Veranstaltung, die Denkanstöße, Stoff für Diskussionen und Visionen in vielerlei Hinsicht lieferte. Schade, dass der Bereich des Human Resource Management im Gesundheitswesen nicht stärker repräsentiert war - aber das könnte vielleicht ein Leitthema für das 7. Forum Hospital Management sein.

Zahlreiche renommierte ExpertInnenen des österreichischen Gesundheitswesens waren am sehr gut besuchten Forum vertreten. Dadurch konnten die Projektideen zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens allgemein und im Krankenhausbereich direkt im Dialog austauschen. Darüber hinaus konnten wertvolle Kontakte zu Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und/oder Politik geknüpft werden. Als Mentees des Club Alpbach Medica waren wir wohl unter den jüngsten Teilnehmern dieser Veranstaltung und werden einige der gezeichneten Szenarien noch miterleben - und möglicherweise die Zukunft auch aktiv mitgestalten.

Die Mentees des Club Alpbach Medica bedanken sich ganz herzlich bei der Vinzenz Gruppe Für Angebot der besonderen und außergewöhnlichen Art zum visionären, innovativen Dialog.

Mag.a (FH) Christina Herber und Dr. Stefan Halper